"Wir können viel erreichen"

 

Quelle Westdeutsche Zeitung – Wuppertal, 29.08.2008 von  Michael Kremer

Bis zum 25. September können sich die Bewerber wählen lassen. 

Hilden. Was kann Jugendliche dazu bewegen, ihre Freizeit zu opfern, um ihre Stadt jugendfreundlicher zu machen? Ines Sluzewski (18) überlegt kurz: „Ich kann Freunde treffen. Ich kann mitbestimmen und etwas bewirken.“ Die 18-Jährige spricht über ihre Arbeit im Jugendparlament. Dem gehört sie seit drei Jahren an – zuletzt als dessen Sprecherin. Und sie will weiter mitgestalten. So wie gut ein Drittel der bisherigen Parlamentarier, die im September erneut kandidieren.

Auch der Stadtrat vergibt Aufträge an das Jugendparlament

Was kann sie denn bewirken? „Viel“, sagt die junge Frau, „die Bushaltestelle am Evangelischen Schulzentrum ist nach den Vorstellungen des Jugendparlaments gestaltet worden. Wir haben ein Benefizkonzert für die Kinderkrebsklinik organisiert. Zurzeit arbeiten wir am Projekt ,Wir gegen Rechts’, organisieren eine Disco-Reihe im Area 51 und wollen eine neue Skater-Anlage im Holterhöfchen. Außerdem hat der Rat uns mit einem Erstwähler-Projekt für die Kommunalwahl beauftragt.“

Auf Anregung des Kinderparlaments wurde im Jahr 2000 das Hildener Jugendparlament eingerichtet.

 

Die Bewerber können sich über Kandidatenbögen in ihren Schulen (alle weiterführenden Schulen in Hilden sowie die Gesamtschule in Langenfeld) wählen lassen. In diesem Jahr gibt es erstmals eine freie Kandidatur. Dabei müssen die Bewerber die Unterschriften im Freundes- und Bekanntenkreis selbst sammeln. Alle Kandidatenbögen müssen bis zum 25. September bei Andrea Nowak von der Jugendförderung im Jueck, Heiligenstraße13, eingegangen sein. Die vier Kandidaten pro Schule und bei den freien Bewerbern mit den jeweils meisten Stimmen sind gewählt.

Schön und gut, aber nimmt die große Politik das Jugendparlament überhaupt ernst? „Auf jeden Fall“, protestiert Ines Sluzewski. Das Jugendparlament hat Rederecht im Jugendhilfeausschuss, kann sich bei allen Themen zu Wort melden, die Jugendliche betreffen. Auch eigene Anträge sind möglich. Der Antrag auf Geld zur Umgestaltung der Skateranlage liegt schon beim Kämmerer.

Bei so viel Lob dürfte es kein Problem sein, genügend Bewerber zu finden? Dazu schweigt die 18-Jährige. Aber Andrea Nowak von der Jugendförderung, die seit vergangenem Jahr das Jugendparlament betreut, weiß eine Antwort: „Bisher nicht.“ Das hat einen Grund: Die Politik hat ihre halbe Stelle zur Betreuung des Jugendparlaments genehmigt. Denn „ein Jugendparlament funktioniert nur, wenn ihm eine hauptamtliche Kraft zur Seite steht“, sagt Jugendamtsleiterin Jutta Panke.

  .:: Nachdruck mit Erlaubnis der Westdeutsche Zeitung – Wuppertal © 2008 .::.

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