Ein Profi auf vier Beinen

 

QUELLE: WAZ NewMedia, Hilden, 23.11.2007, DANIEL NEUKIRCHEN
 
SCHULE. Der Therapiehund „Luna“ gewann die Herzen der Ferdinand-Lieven-Schüler im Sturm. Jugendamtsleiterin Jutta Panke ist Halterin des Labradors und ließ ihn auf Befehle der Kinder horchen.
 

HILDEN. Wenn die Labrador-Retriever-Hündin Luna ihre Therapie-Weste umgeschnallt bekommt, dann macht ihr das sichtlich Freude. Der rotbraune Hundehintern wackelt und der Schwanz wedelt ganz aufgeregt. Luna weiß, jetzt ist sie für die nächste Zeit der Star. So war es auch an der Ferdinand-Lieven-Schule. Ihr Frauchen Jutta Panke, Leiterin des Amtes für Jugend, Schule und Sport, hatte sie zu einer Vorlesestunde im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages mitgebracht. Panke las aus dem Kinderbuch „Aloa auf vier Pfoten“ vor. Die mehr als dreißig Kinder von Klasse vier bis acht lauschten zwar mit einem Ohr der heiteren Geschichte, die aus der Sicht eines Hundes geschrieben wurde, doch die handzahme Luna stahl Panke die meiste Zeit die Show.

Luna apportiert auch die Fernbedienung

„Ohhhh“, tönte es aus den Mündern der Steppkes. Im Nu hatte Luna das Vertrauen der lernbehinderten Kinder erobert. Panke wusste kindgerecht einiges über ihr vierjähriges Tier zu berichten. So erklärte sie, dass Luna ein Jagdhund sei und daher kein Problem habe, ins Wasser zu gehen. „Luna hat Schwimmhäute zwischen den Zehen wie eine Ente“, erstaunte Panke die Dreikäsehochs.

Restlos begeistert war das kleine Publikum, als es selbst mit dem Hund auf der Bühne der Aula agieren durfte. Panke stellte Hütchen auf und Luna sollte diese apportieren. Die kleine Anita kam auf die Bühne und gab den entscheidenen Befehl: „Luna bring!“ Sofort kam der Vierbeiner mit dem Hut im Mund angetrabt. Das war den Zuschauern einen Applaus wert. Auch das Handy eines Kindes brachte der Therapiehund, wenn auch etwas angesabbert, auf Befehl zurück. Zuhause, so die Amtsleiterin, lasse sie Luna auch mal die Fernbedienung holen.

Jutta Panke setzt ihr Haustier an Schulen ein, um Kindern etwas über Hunde beizubringen und ihre Aufmerksamkeit zu fesseln. Luna ist so trainiert, dass sie auch Kindern im Rollstuhl an der Leine folgen kann.

Panke fand den Vierbeiner und dessen kläffenden Halbbruder im Alter von anderthalb Jahren im Tierheim. Schnell entdeckte sie Lunas Talent. Ein halbes Jahr trainierte sie den Labrador selbst, nun hört er aufs Wort. Selbst als am Ende der Vorstellung die Kinder wie verrückt um Luna herrum wuselten, blieb sie ruhig. Luna ist ein echter Profi auf der Bühne. Ihre wichtigste Aufgabe hatte nichts mit Hütchen zu tun, sondern mit freudigen Kindern.

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